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13 Jahre und Staatsmeister

In der schulischen Ausbildung hat er mit seinen 13 Jahren noch keinen akademischen Titel erreichen können, da er erst in die vierte Klasse der Hauptschule Gramastetten geht, aber im Motorsport zeigt der Jungspross des MSC-Neusserling den alten Hasen, wie es geht. Die Rede ist vom Feldsdorfer Oliver Schürz. Er konnte heuer bei seinem Heimrennen in Herzogsdorf vor heimischem Publikum zum ersten Mal überzeugen und feierte einen sensationellen Heimsieg. Es war sein erster Sieg bei einem Staatsmeisterschaftsrennen und ging so mit nur einem halben Punkt Rückstand ins finale Rennen im niederösterreichischen Hollabrunn, wo er sich mit seinem stärksten Konkurrenten harte und faire Duelle lieferte, sodass Oliver bis zum alles entscheidenden Finale bereits punktegleich war. Olivers konstante Rennläufe machten sich schon die ganze Saison über bemerkbar und der Konkurrenz bereitete dies Sorgen. Sorgen bereitete ihnen auch das neu angeschaffte Rotax Quad mit gleicher Motorleistung, denn er ist mit einem sehr stark leistungsunterlegenem Yamaha Quad die ganze Saison unterwegs gewesen. Es sollte aber im Finale von Hollabrunn so kommen wie sich's Oliver in den Träumen der Nächte zuvor nur vorgestellt hat. Bis zur aller letzten Runde. Ja, in der aller letzten Runde gelang Oliver die Sensation und konnte sich vor seinem direkten Konkurrenten setzen, mit dem er 7 Runden lang gekämpft hat wie ein Löwe und so überquerte er die Ziellinie als jüngster Österreichischer Quad Sport Staatsmeister. Mit Tränen in den Augen und tausenden tobenden und jubelnden Fan´s ließ er sich in der Ehrenrunde feiern und wurde genauso im Fahrerlager von seinem Team empfangen.

Oliver! Gratulation zum Titel und sag uns ein wenig was über dich!

Wie fühlt es sich an mit 13 Jahren Staatsmeister zu sein?

Danke. (grins) Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, aber das kann man mit Worten nicht beschreiben. Als ich beim letzten Rennen über die Ziellinie gefahren bin, war es einfach ein extremes Siegergefühl. Als ich die Ergebnisliste gesehen habe und mir alle gratuliert haben, war es noch viel schöner. Und erst Tage später als der ganze Stress vorbei war und ich Zeit hatte es zu realisieren, ist erst so richtig das unbeschreibliche Gefühl vorhanden gewesen und mir ist klar geworden, was ich erreicht und geschafft habe.

Wie bist du zu diesem Sport gekommen?

Mit drei Jahren hat mir mein Papa ein Elektroquad gekauft, weil meine Schwester auch mit einem gefahren ist und ich es auch unbedingt probieren wollte. Und so kam immer wieder ein stärkeres und größeres. Und auch immer mehr der Gedanke Rennen zu fahren.

Wie war dein Einstieg 2014 in die Quad-Staatsmeisterschaft?

Ich bin vorher schon drei Hobbyrennen gefahren, die zu keiner Meisterschaft gezählt haben. Eines davon war in Herzogsdorf, wo ich auch aufs Stockerl kam. Dann setzte sich mein Verein voll ein und brachte die ÖMSV-Quad-Staatsmeisterschaft zum Leben, wo wir Quadcrosser gemeinsam mit den Autocrossern ein ganzes Jahr mitfahren dürfen. Leider gab's vorher in Österreich keine eigene Meisterschaft sondern nur Hobbyrennen.

Das heißt, du und der MSC-Neusserling sind Miterfinder der Meisterschaft?

Ja das stimmt. Wobei der MSC-Neusserling, ich und noch zwei andere Fahrer sich um Reglement und allem drum und dran gekümmert haben. Besonders unser Obmann Leo Plakolm hat sich dann ernsthaft und mit vollem Engagement eingesetzt und mit dem Österreichischen Motorsportverband Nägel mit Köpfen gemacht.

Wie viele Rennen bist du schon gefahren und wie oft trainierst du? Oder machst du auch Krafttraining?

Ich bin 17 Staatsmeisterschaftläufe gefahren. Bin seit Beginn der Meisterschaft dabei. Krafttraining mach ich gar keines, außer die Turnstunden in der Schule. Zuhause schaue ich aber schon, dass ich jeden zweiten dritten Tag auf meiner Haustrainingsstrecke mit dem Quad den realen Betrieb trainiere und ab und an fahre ich nach Tschechien zu einer Motocross-Trainingsstrecke und schau so, Erfahrung und Feeling zu bekommen.

Stichwort Schule! Wie schaffst du es das Ganze zeitlich über die Bühne zu bekommen?

Das ist nicht immer ganz einfach (lach). Meine Mama schaut da schon ein wenig drauf, dass die Schule nicht zu kurz kommt. Ich bemühe mich so schnell als möglich das Schulische zu erledigen und wenns zum Lernen ist, akzeptiere ich das und stell den Motorsport in den Hintergrund. Und wenn wieder Zeit ist, widme ich mich voll und ganz dem Rennsport, wo ich auch alles daran setze, selbst zu verbessern und zu reparieren. Ich möchte mein Rennquad selbst weiterentwickeln und reparieren und nur jemand anderen brauchen, wenn ich nicht mehr weiter weiß.

Da wäre dann schon die nächste Frage. Von wem bekommst du Unterstützung?

Meine Eltern unterstützen mich da voll und ganz. Egal ob meine Mama wenn ich was organisieren muss, oder mein Papa wenn am Quad was zum Schrauben ist. Vorm Heimrennen in Herzogsdorf hatte ich noch einen Motorschaden. Da hat mir mein Vater noch bis 23 Uhr geholfen, dass wir den Kolben tauschen, denn sonst wäre es nix geworden und da wäre ich schon am Boden zerstört gewesen. Auch bekomme ich vom gesamten MSC-Neusserling die volle Unterstützung, die mich immer auf die Rennen in ganz Österreich mitnehmen und sich um Sponsoren usw kümmern. Ohne Sponsoren wäre Motorsport für mich nicht finanzierbar.

Wie sieht deine Zukunft aus im Quadsport?

Ich habe noch vor dem letzen Rennen in Hollabrunn umgestellt auf ein leistungsstärkeres Quad vom Hause Rotax. Dieses werde ich über den Wintermonaten neu aufbauen und im Februar dann beginnen zu trainieren, um mich auf die Saison 2016 vorzubereiten und werde mich der Titelverteidigung stellen. Ich hätte auch die Möglichkeit in die Quad Pro Klasse aufzusteigen, aber da bin ich meiner Meinung nach noch nicht bereit.

Wir wünschen dir viel Erfolg in der weiteren Motorsport Kariere und würden noch gerne deine Abschlussworte wissen?

Danke. Vielen Dank an meine Eltern und Familie für die Unterstützung auch in schweren Zeiten. Genau solchen Dank an den gesamten MSC-Neusserling und meinen Sponsoren und Gönnern, die mich tatkräftig unterstützen, denn wie schon gesagt, ohne denen meine Motorsportkariere sicher nicht möglich gewesen wäre und ist. Weiters möchte ich noch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2016 wünschen.